Erziehung: Nichts für schwache Nerven

2. August 2017
Redaktion

Alles im Leben, heißt es so schön, kann man angeblich lernen, nur für die Kindererziehung gilt das leider nicht. Keiner kann einen Kurs besuchen, in dem die Erziehung von Kindern erlernt werden kann, jeder wird praktisch ins kalte Wasser geworfen und muss selber entscheiden, wie die eigenen Kinder erzogen werden.

Nicht selten stürzt die Kindererziehung Eltern in tiefe Sinnkrisen, denn immer wenn nicht alles wie erhofft verläuft, dann stellen sich Eltern die große Frage: Was haben wir falsch gemacht, war unsere Erziehung schuld?

Erziehung nach Gefühl oder nach Ratgeber?

Fast alle Eltern haben ihrerseits Eltern, die zu Großeltern werden, wenn ein Kind geboren wird. Leider fühlen sich viele Großeltern dazu berufen als Erziehungsratgeber zu fungieren und den Eltern zu sagen, was sie für richtig halten. Sind die Großeltern vielleicht Kinder der wilden 1960er Jahre, dann werden sie eine antiautoritäre Erziehung für das Nonplusultra halten, wurden sie früher geboren, dann ist steht eine autoritäre Erziehung wahrscheinlich im Vordergrund. Die Eltern stehen oftmals etwas hilflos daneben und wissen nicht so recht, was sie tun sollen. Sollen sie den gut gemeinten Ratschlägen ihrer Eltern oder Schwiegereltern folgen, die vielleicht behaupten, dass ein Klaps noch keinem Kind geschadet hat, oder sollen sie sich auf ihr Bauchgefühl verlassen und ihre Kinder nach ihren Vorstellungen erziehen? Eine Mischung aus beidem ist keine schlechte Lösung, denn auf der einen Seite haben die Großeltern alles das schon hinter sich, was die Eltern noch vor sich haben und wissen, wovon sie reden, auf der anderen Seite wollen Eltern ihre Kinder aber auch nach ihren Vorstellungen formen und zu selbstbewussten, verantwortungsvollen, aber vor allem glücklichen Erwachsenen erziehen.

Erfahrungen teilen

Kindererziehung braucht viel Gefühl, eine große Portion Sensibilität und vor allem starke Nerven. Kinder sind keine zu klein geratenen Erwachsenen mit Verstand, kleine Kinder handeln aus dem Impuls und aus dem Instinkt heraus. Entsprechend sollte die Erziehung ausfallen. Alles kann, aber nichts muss – ein Erziehungsmodell, das vor 40 Jahren im Trend war, passt nicht mehr in die heutige Zeit, aber Kinder, die man zwar sehen, aber nie hören sollte – diese Erziehung ist auch nicht mehr in Mode. Kinder können Eltern den Schlaf rauben und sie früh ergrauen lassen, und die meisten Eltern sind der Meinung, dass sie mit ihren Problemen ganz alleine dastehen. Das ist natürlich nicht der Fall, denn Eltern, die behaupten, dass sie mit der Erziehung ihrer Kinder keine Probleme haben, die lügen oder lassen ihre Kinder von anderen erziehen. Vieles wird leichter, wenn man sich mit anderen Eltern austauschen kann, die ähnlich Probleme haben. Das Internet bietet eine Reihe von interessanten Plattformen, wo Eltern mit anderen Eltern die Schwierigkeiten besprechen können. Get-help ist eine Seite im Netz, auf der Eltern sich austauschen und sich gegenseitig helfen, um die Erziehung ihrer Kinder zu einem Erfolgsmodell werden zu lassen.

Fazit

Kinder bleiben in den Augen ihrer Eltern immer Kinder und Erziehung ist eine Aufgabe, die nie endet. Auch wenn man Erziehung nicht perfektionieren kann, man kann nur immer wieder versuchen, das Beste daraus zu machen.